CDU und FDP wollen Auskunft über den Betreuungsbedarf im Main-Taunus-Kreis

Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss vorrangiges Ziel bleiben

In der nächsten Kreistagssitzung im  Juli werden CDU und FDP einen gemeinsamen Antrag einbringen, der sich mit der  Zahl und der Ausbildung von Erziehern und Erzieherinnen im Main-Taunus-Kreis befasst.
Darin wird der Kreisausschuss gebeten, eine Prognose aufzustellen, wie viele Erzieherinnen in den Betreuungseinrichtungen für Kinder im MTK in den nächsten Jahren gebraucht werden und Vorschläge zu entwickeln, wie man zu erwartenden Engpässen gegensteuern kann.
Sowohl CDU als auch FDP haben sich in den letzten Jahren für eine verbesserte Situation in den Betreuungseinrichtungen  stark gemacht und wollen sicherstellen, dass das erklärte Ziel,  bis 2012   35%  der Unter-3-Jährigen mit einem Platz zu versorgen, erreicht werden kann.
Beide Parteien sind sich einig darüber, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf  ein wichtiges Politikfeld ist, das in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat und in der Zukunft noch wichtiger wird.
Die Reduzierung der Gruppengrößen in den Betreuungseinrichtungen und die Ausweitung der Betreuungsplätze  erfordert notwendigerweise  eine größere Zahl von qualifizierten Erzieherinnen, die aber auf dem Arbeitsmarkt  nur schwer zu finden sind. Hier müssen also neue Weg beschritten werden. Dazu soll der gemeinsame Antrag der beiden Fraktionen Lösungsmöglichkeiten bringen.
Der neue Fraktionsvorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Gerhard Lehner  und die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag  Gabriele Thiel  begründen die Initiative
 

so: „Der Main-Taunus-Kreis und die Kommunen haben den Ausbau der Betreuungsangebote gemeinsam entschieden voran getrieben. Allerdings müssen wir mittlerweile feststellen, dass einzelne Angebote nicht gemacht werden können, weil das nötige  Personal nicht verfügbar und zu bekommen ist. Wenn man eine solche Situation erkennt, ist es Aufgabe der Politik, Ideen zu entwickeln, wie man gegensteuern kann. Wir wollen mit unserem Antrag wissen, wie viele Fachkräfte in den kommenden Jahren im Main-Taunus-Kreis zusätzlich benötigt werden, und welche Möglichkeiten es geben könnte, dieses Personal auch zu bekommen.“
Für Thiel ist es dabei besonders wichtig, dass nicht nur die Quantität an verfügbaren Fachkräften zunimmt, sondern  auch ein  qualitativ hoher Standard der Ausbildung sichergestellt ist. „Es wäre darüber hinaus eine sehr gute Entwicklung, wenn man erreichen könnte, dass  in Zukunft auch mehr junge Männer diesen Beruf anstreben.“
Nach Auffassung der CDU Kreistagsfraktion hängt der Mangel an verfügbarem Personal unter anderem auch mit der Attraktivität und der Stellung des Berufes der Erzieher(innen) in der Gesellschaft und der im Vergleich dazu relativ langen Ausbildung zusammen. Der Sozialpolitische Sprecher der CDU Fraktion, Christian Seitz, dazu: „Die wichtige pädagogische Arbeit für die Entwicklung unserer Kinder muss einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft erhalten. Sicherlich ist auch eine differenzierte Ausbildung mit unterschiedlichen Abschlüssen erforderlich, damit nicht von vornherein die Ausbildungszeit von 5 Jahren abschreckend wirkt. Im Main-Taunus-Kreis wären über das bestehende Tarifsystem hinaus andere Anreize denkbar wie etwa die zur
Verfügungstellung von günstigem Wohnraum im ansonsten doch recht teuren Ballungsraum.“ 
Fraktionsvorsitzender Gerhard Lehner abschließend: „Wir müssen hier etwas tun, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, dass wir Betreuungseinrichtungen haben, dass wir Betreuungsbedarf haben, aber wir kein Personal finden, das in den Einrichtungen arbeitet und den Betreuungsbedarf abdeckt.“

15. Juni 2009